11.09.17 - Strategien gegen den Populismus

Direkt nach den Sommerferien lud der Verein Menschen kommen an e.V. zu einem Vortrag in die Villa. Das Thema: „Wir sind das Volk?“ - Rechtspopulistische Strategien als Herausforderung für die Demokratie. Referent war der Historiker Lukas Hetzel der baden-württembergischen Landeszentrale für politische Bildung.

Hetzel zeigte auf, wie Populismus als politische Strategie funktioniert, mit welchen Mitteln er arbeitet und warum es gar nicht so einfach ist, gegen rechtspopulistische Parteien und Organisationen argumentativ vorzugehen. Zumal sich Rechtspopulismus nicht nur „gegen die da oben“ (zum Beispiel Politiker, Journalisten) abgrenzt, sondern – und das macht ihn für ein friedliches Miteinander so gefährlich – seine Feindbilder in weiteren Gruppen sucht. Seien es Menschen mit Migrationshintergrund, Muslime, Geflüchtete, Arbeitslose oder Homosexuelle.

„Die Basis des Rechtspopulismus ist eine Ideologie der Ungleichwertigkeit“, betont Historiker Lukas Hetzel, „und das ist mit unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung nicht vereinbar.“ Dabei greifen Rechtspopulisten vorhandene gesellschaftliche Vorurteile geschickt auf, provozieren medienwirksam Skandale und bieten vermeintlich simple Lösungen. „Zum Teil geschieht das zudem mit einer klaren Gewaltmetaphorik“, betont Hetzel. 

Wie geht man mit Argumenten von Rechtspopulisten um? Wie klärt man auf, stellt offensichtlich Falsches richtig? Das wurde an diesem Abend lebhaft diskutiert. Aber auch hier zeigt sich: Die eine einfache Lösung gibt es auch gegen den Populismus nicht. Die Tatsache, dass so viele Institutionen wie Schulen derzeit die Vorträge der Landeszentrale für politischen Bildung buchen, zeigt jedoch, dass sich viele Menschen aktuell Gedanken darüber machen, wie sich unsere Gesellschaft gegen rechtes Gedankengut effektiv zur Wehr setzen kann. Auch der Vortrag in der Villa war gut besucht. Demokratie braucht politische Bildung. Das zeigte dieser Abend einmal mehr.

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